scifischer

Ausstellungen

Ich hatte das grosse Glück, ohne viel Vorwissen eine erste Ausstellung gestalten zu dürfen, 2018 im Museum Strauhof in Zürich.
Zweihundert Jahre nachdem eine junge Englische Autorin etwas gewagt hatte, was als erste Science/Fiction-Story in die Literaturgeschichte eingehen würde, wagte ich eine Neuerzählung
entlang der aktuellen technischen Realität. Der Zugang ist prototypisch dafür, was ich im Ausstellungskontext versuchen möchte:
neue Schlaglichter auf Wissenschaft und Technologie zu werfen - auf ihre Praktiken, ihre Paradoxe und Abgründe, ihre Schönheiten und Seltsamkeiten.
Dafür spanne ich mit Vorliebe mit Künstlerinnen, Makers, Querköpfen aller Art zusammen. Let's embrace complexity!

 

Frankenstein – Von Mary Shelley zum Silicon Valley, Museum Strauhof Zürich

Vor zweihundert Jahren kommt es als Fiktion auf die Welt: Frankensteins Monster.

Mary Shelleys Klassiker des Horrorgenres erzählt die Geschichte des Menschen als Schöpfer und der Kreatur als verlorenes – und sich selber suchendes – Wesen.
Eben da trifft die Erzählung heute einen Nerv, in Zeiten von Künstlicher Intelligenz und sprechender Geräte:
Welchen Status haben die digitalen Schöpfungen, mit denen wir immer öfter interagieren als wären es Menschen?

«Frankensteins Monster» ist anfangs weder böse noch gut, sondern eher naiv. Erst mit der Zeit lernt es, und macht Erfahrungen, die dazu führen,
dass es eine Identität herausbilden kann – ähnlich dem «Deep Learning», das heute für die Künstliche Intelligenz postuliert wird.
Trotz seiner gut gemeinten Annäherungsversuche erfährt das neu geschaffene Wesen immer wieder das feindselige Verhalten der Menschen. Enttäuschung, Einsamkeit und Selbstmitleid
schlagen schliesslich in Hass gegen den Schöpfer um. 200 Jahre nach der Publikation von Mary Shelleys Gruselklassiker wiederholt sich das Motiv: Forscherneugierde schafft ein künstliches Wesen.

Es verselbständigt sich und jagt dem Schöpfer gehörig Angst ein. Ausgehend von den literarischen Bezüge des Originals folgt die Ausstellung der These:
Würde das Werk heute geschrieben, wäre das Monster kein zusammengezimmertes Wesen aus Fleisch und Blut, sondern eine digitale Existenz, eine unkontrollierbare KI, die vor allem als Stimme auftritt.
Die Fragen bleiben dieselben: Welchen Status haben künstlichen Wesen? Können sie Teil der Gesellschaft werden? Wie autonom dürfen sie sein?
Sind Siri, Alexa, Cortana und Co. auch intelligente Wesen – oder bleiben sie letztlich technologische Monstrositäten?

 

Re/Public - öffentliche Räume in digitalen Zeiten, Politforum Käfigturm Bern

Eeit es das Internet gibt, ist das mit der Öffentlichkeit irgendwie kompliziert geworden. Da haben sich Räume aufgetan – wer aber bestimmt über ihre Nutzung?
Sind es die einzelnen Nutzerinnen und Nutzer mit von unten gestalteten Speakers‘ Corners? Oder sind es von oben die grossen Player mit ihren Business-Zonen?
Ist das Digitale im Jahr 2018 mehr Freiraum oder Überwachungszentrale?
Die Ausstellung und Veranstaltungsreihe versuchen den verschiedenen Aspekten des Öffentlichen im digitalen Kontext auf den Grund zu gehen.
Beteiligte Künstlerinnen und Künstler: Yvon Chabrowski/Nicolás Rupcich, Jonas Lund, Émilie Brout/Maxime Marion, Joana Moll, Marc Lee,
Olia Lialina/Dragan Espenschied, Lasse Scherffig, Gordan Savičić/Bengt Sjölén, Christopher Kulendran Thomas/Annika Kuhlmann, Jacob Hurwitz-Goodman/Daniel Keller

 

Super – Die zweite Schöpfung, Museum für Kommunikation Bern

Biotechnologie, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung verschaffen uns heute nie dagewesene Möglichkeiten der Selbstoptimierung und Neuerfindungen.
Das Tempo dieser Entwicklungen ist beispiellos in der Geschichte der Menschheit. Diese dynamischen Technologien treffen auf eine Gesellschaft,
die in grossen Teilen nur bruchstückhaft über die modernen Werkzeuge informiert ist. Mit einem neuen Vermittlungsformat lanciert das Museum eine emotionale Auseinandersetzung mit dem Thema.
Super – Die zweite Schöpfung: ein Experiment, das die Stärken von Theater und Ausstellung kombiniert. Zum ersten Mal in der Schweiz.